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Im Gedenken: Pater Dr. Manfred Probst SAC

Am Vormittag des 31. Oktober starb im Missionshaus in Limburg Pater Dr. Manfred Probst SAC. Er war 85 Jahre alt, 63 Jahre Pallottiner und 59 Jahre Priester.

Am 13. Dezember 1939 wurde er in Ediger an der Mosel geboren. Sein Vater Peter fiel 1943 im Zweiten Weltkrieg. Die Mutter Gertrud, geborene Haffner, sorgte mit viel Liebe und viel Mühe für die fünf Kinder. Da aus Ediger mehrere Pallottiner stammen, wuchs in Manfred Probst früh der Wunsch, auch Pallottiner und Priester zu werden. So ging er nach sieben Jahren Volksschule an das Hermann-Josef-Kolleg (das spätere Vinzenz-Pallotti-Kolleg) nach Rheinbach und legte am Städtischen Gymnasium die Reifeprüfung ab. Am 1. Mai 1960 trat er in das Noviziat der Gemeinschaft in Olpe ein, wo sein Landsmann, P. Helmut Mertens, sein Novizenmeister wurde. Am 25. April 1962 legte er hier seine erste Profess ab; am 25. April 1965 erfolgte die ewige Profess in Vallendar. Hier empfing er am 29. März 1966 die Diakonenweihe und am 17. Juli die Priesterweihe.

Im Noviziat in Olpe und an der Theologischen Hochschule in Vallendar war er Leiter der Schola und zeigte großes Interesse an der Feier der Liturgie. Deshalb sandten die Oberen den begabten Neupriester nach Münster, um das nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil neu eingeführte Fach Liturgiewissenschaft zu studieren. 1973 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. Zwei Jahre war er Wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Liturgiewissenschaft in Münster; 1974 wurde er Dozent an der Hochschule in Vallendar.

Von hier aus habilitierte er sich an der Theologischen Fakultät Trier. 1979 wurde er dann Professor für Liturgiewissenschaft und Kirchenmusik in Vallendar. Neben der Geschichte, der geistlichen Kraft und der Schönheit der Liturgie war ihm der pastorale Aspekt von Verkündigung und Feier wichtig. So wurden die Bücher, die das Autorenteam Probst-Block-Richter in den 1970er Jahren veröffentlichten, ein wichtiger Begleiter der Erneuerung der Gemeinden aus dem Geist des Zweiten Vatikanums.

Seit den 1980er Jahren bekleidete P. Probst mehrfach das Amt des Hochschulrektors. Mit der ihm eigenen Energie setzte er sich bei kirchlichen und staatlichen Stellen für das Promotionsrecht der Hochschule ein und entwickelte Kooperationen u.a. mit der Universität Koblenz-Landau. Auch die wirtschaftlichen Aspekte des Amtes nahm er sehr ernst. So gründete er 1987 die Stiftung zur Förderung der Theologischen Fakultät der Hochschule Vallendar. Es gelang ihm, namhafte Persönlichkeiten des Großraums Koblenz für die Mitarbeit und weitere Zustiftungen und Förderer der Hochschule zu gewinnen.

P. Probst war nicht allein Wissenschaftler und Hochschulpolitiker. Er war stets auch Priester und Pallottiner. So wirkte er von 1992 an zwei Jahre in der Katholischen Hochschulgemeinde in Koblenz. Ideell und finanziell unterstütze er die Ausbildung und Bildungsarbeit der Pallottiner in Indien und die Anfänge der pallottinischen Präsenz in Nigeria.

Über viele Jahre war er Mitglied der Hausleitung an der Hochschule, Leiter der Liturgischen Kommission am Generalat der Gemeinschaft in Rom, Mitarbeiter am Pastoraltheologischen Institut in Friedberg, wirkte in der historischen Aufarbeitung der Schönstatt-Geschichte und in der Causa Josef Kentenich.

Als Student sang P. Manfred Probst in einem Madrigal-Chor in Münster, der gute Kontakte nach Pilsen pflegte. Das weckte sein Interesse an Tschechien. Das war mit ein Grund für den Einsatz, den er ab Ende der 1990er Jahre mit großer Leidenschaft auf sich nahm: die Erforschung von Leben und Sterben von P. Richard Henkes, der 1945 im KZ Dachau umgekommen war. 2001 zum Postulator der Causa Henkes ernannt, förderte er dessen Verehrung und durfte am 15. September 2019 die Seligsprechung von P. Henkes im Dom zu Limburg erleben.

In diesen Jahren konnte P. Probst neue Freundschaften an den Lebensorten von P. Henkes in Ruppach-Goldhausen (Westerwald) und in Strahovice (Tschechien) schließen. Sie bereicherten seine Freundschaften aus der Studienzeit in Münster und seine tiefe Verbindung mit seiner Familie. Er pflegte gerne Beziehungen in allen seinen Lebens- und Arbeitsbereichen. Er liebte die bildende Kunst, die Musik, die Geselligkeit und den Moselwein! Er reiste gerne. Dabei hatte er ein großes Interesse an Riten, Spiritualität, Lebensweisen. Das bereicherte seine Arbeit als Liturgiewissenschaftler. Gerade auf diesem Gebiet hat er eine fast unüberschaubare Zahl von Veröffentlichungen publiziert. Seine Mitarbeit in Arbeitskreisen des Liturgischen Institutes Trier, der Deutschen Bischofskonferenz, der Ordenshochschulen nötigt Respekt ab. Zu seinem sozialen Engagement zählt die Sorge um Geflüchtete.

P. Probst wusste, was Krankheit ist. Über lange Jahre begegnete er allen körperlichen Einschränkungen mit größter Disziplin. Im Frühjahr 2023 wechselte er von Vallendar in die Seniorenstation des Missionshauses in Limburg, wo er die Gemeinschaft im Gespräch und im Gebet bereicherte.

Mit P. Manfred Probst verlieren wir einen Mitbruder, der sich mit Fleiß, Herzblut und „großer Durchsetzungskraft“, die ihm schon seine Ausbilder in Olpe und Vallendar attestierten, in seinen vielen Tätigkeitsfeldern einsetzte. Und zugleich schätze und pflegte er Gemeinschaft, Freundschaft und Miteinander. Immer wusste er sich der Sendung der Kirche und darin dem Auftrag Vinzenz Pallottis verpflichtet, den Menschen die Liebe Gottes gerade auch in der würdigen und ansprechenden Feier der Sakramente zu verkünden. In dieser Liebe Gottes ist P. Probst nun auf immer geborgen.

Prof. em. Dr. Manfred Probst SAC

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